Budapest

Tim und ich haben uns auf den Weg nach Budapest und Bukarest gemacht um uns insgesamt ein Wochende ins ungewisse Abenteuer Osteuropa zu stürzen. Unser Ziel ist es aber auch, Leah in Bukarest zu besuchen, wo sie einen Monat im Ausland arbeitet. Am Mittwoch um Mitternacht sind wir in München Ost in den Ungarischen Nachtzug nach Bukarest gestiegen und haben unser Abteil mit Lisa aus Stuttgart und Jovan aus Serbien (der er erst in Rosenheim zugestiegen ist) geteilt. Nachdem uns Lisa schon in Wien unbemerkt in aller Herrgottsfrühe verlassen hat, haben wir uns nach dem Aufwachen mit Jovan unterhalten und viel über sein ungewöhnliches Leben erfahren: Er war einen Monat nahe Rosenheim als Schäfer im Einsatz und fliegt bald für nur eine Woche nach China, um dort eine Freundin zu besuchen.

Nachdem uns auch Jovan verlassen hat, lief der Zug langsam in Budapest Keleti ein und wir liefen schnurrstracks ins erstbeste Cafe mit Siebträgermaschine, um dort ein richtiges Frühstück zu bekommen. Gut gestärkt, ohne Gepäck (eingesperrt im Spind) und mit unseren Kameras bewaffnet sind wir mehr oder weniger planlos in Richtung Donau gelaufen. Dabei konnten wir aber diversen Cafés nicht widerstehen. Die Bilder unten sind auf dem Weg zur Donau entstanden und zeigen einige typische Straßenecken in Budapest im vormittäglichen Licht.

Trotz etlicher Umwege haben wir es irgendwann doch an die Donau geschafft, wie die Bilder unten beweisen. Sie zeigen die Szabadság híd (Freiheitsbrücke), welche im Jugendstil 1894 erbaut wurde und Buda (Westseite) mit Pest (Ostseite) verbindet. Über die Brücke fahren andauernd typisch gelbe Trambahnen und entgegen der Beschilderung sitzen die Leute auf den Stahlträgern (was wir ja auch aus München kennen). Nachdem wir dort waren, sind wir weiter entlang der Donau in Buda spaziert und zur Fischerbastei gelaufen, um von dort auf Pest zu blicken. Das viele Laufen hat uns hungrig gemacht und wir haben uns ein Restaurant gesucht (was leider eine ziemliche Touristenfalle war), um dort Gulasch zu essen. Gut gestärkt sind wir weiter zum prunkvollen Parlamentsgebäude spaziert und haben uns dann langsam zum Bahnhof begeben, um rechtzeitig für unseren zweiten Nachtzug dort zu sein.

Bukarest

Nachdem wir uns einen kurzen Eindruck von Budapest verschafft haben, hat uns um 19:00 Uhr ein rumänischerNachtzug nach Bukarest gebracht. Wir haben (wegen des niedrigen Preises) ein Schlafabteil für zwei Personen mit eigenem Bad gebucht. Auch wenn sich das nach Luxus anhört, war das nur teilweise der Fall, da der ganze Zug eher alt und runtergekommen aussah. Nichtsdestotrotz haben wir uns in dem Abteil sehr wohlgefühlt. Unser Schlaf wurde lediglich durch das minütliche Pfeifen der Lok, die direkt an unseren Wagen gekoppelt war, etwas gestört.

Nach einer fast 15-stündigen Fahrt sind wir in Bukarest Nord angekommen, wo uns ein Bahnhof im Sowjet-Stil, aber durchaus mit viel Charme, erwartet hat. Ein paar Eindrücke sind unten festgehalten. Auch das Umfeld habe ich etwas fotografiert; es erinnert einen schon eher daran, wie es wohl in Osteuropa vor 20 bis 30 Jahren ausgesehen hat. Bukarest selbst hat uns fotografisch eher weniger gefallen, da alles eher runtergekommen und durch die vielen parkenden Autos nicht so ästhetisch war. Trotzdem haben wir unsere Zeit dort in diversen Cafés und Restaurants sowie im „King Michael I“-Park genossen und auch Sarmale probiert. Das sind typische Kohlrouladen mit Polenta und eines der rumänischen Nationalgerichte.

Abgesehen von der Stadt und dem Bahnhofsviertel haben wir noch die U-Bahn-Linie 4 fotografiert. Die Metro-Linie M4 in Bukarest ist bekannt für ihre älteren, oft mit Graffiti verzierten Astra-IVA-Züge aus kommunistischer Zeit (1970er bis 1990er). Diese Wagen auf der Strecke zwischen Gara de Nord und Străulești bieten ein „gritty“ 80er-Jahre-NY-Feeling und stehen im Kontrast zu den sauberen Bombardier-Zügen auf anderen Linien. Auch wenn die Züge eher alt und runtergerockt aussehen, sind die Stationen relativ modern und sauber – im Gegensatz zu anderen Stationen anderer Linien.

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Kuala Lumpur